Freitag, 17. September 2010

Kurtha Surwal

Hmm, meine Ama meinte, ich solle mir unbedingt ein nepalesisches Kleid, eine Kurtha Surwal kaufen. Da die Kleider wirklich sehr schoen und ausserdem bequem und praktisch sind, liess ich mich schnell ueberreden:-)
Zuerst kauften wir in der Stadt Stoff. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber um den Preis wurde heftig verhandelt... Danach sind wir mit dem Stoff zum Schneider gegangen und ich wurde von oben bis unten ausgemessen. Das Resultat ist ein perfekt sitzendes Kleid und das fuer 2000 Rupien (ca. CHF 40.-).

Dienstag, 14. September 2010

Tibetische Teppichfabrik

Gestern habe ich mir eine tibetische Teppichfabrik angeschaut. Wow!!! Die Frauen knuepfen die Teppiche wunderschoen! Alles ist Handarbeit und es geht in einem ultraschnellen Tempo! 
Zuerst wird die Wolle gesponnen und anschliessend gefaerbt. Und dann knuepfen sie daraus Teppiche in allen Mustern und Farben!
Es ist faszinierend dabei zuzuschauen. Ich drufte dann auch einen Knuepfversuch machen. Na ja, ich habe den Knoten auch hingekriegt, aber nur im Zeitlupentempo...

Tibetan Thasiling Village Kloster

Kloster

Gebetsrollen - Mann muss immer im Uhrzeigersinn um ein Gebaeude gehen und dabei die Gebetsrollen in Bewegung setzen

grosse Gebetsrolle



Sonntag, 12. September 2010

Leute in Nepal

Ich habe grad gemerkt, dass einige meiner Beitraege wohl etwas negativ sind... Aber eigentlich gefaellt es mir hier sehr, sehr gut! Ich habe wirklich eine tolle Gastfamilie, einen interessanten Tagesablauf und habe viel Zeit fuer mich und um die Stadt und Umgebung auszukundschaften...
Trotzdem, dass fuer mich vieles schockierend oder schwer verstaendlich ist, sind die Leute hier sehr zufrieden! Nepalesen sind sehr freundliche Leute und immer fuer einen Schwatz zu haben (sofern man ihre Sprach spricht). Aber ein Lachen schenken sie einem fast immer! Ausserdem staune ich immer wieder, wie so viele verschiedene ethnische Gruppen mit verschiedenen Sprachen, Kulturen und Religionen so friedlich zusammenleben. Das hat Vorbildcharakter!
Hier ein paar Bilder von froehlichen Kindern. Hofftenlich zaubern sie ein Laecheln hervor:-)


Shelter Home

Die Frauen geniessen das mitgebrachte Joghurt - wohl eine seltene Abwechslung zu ihrem normalen Menuplan (Reis)
(Fast) alle Bewohner des Heims und meine Gastfamilie
Dieser Mann ist 103 Jahre alt (die Lebenserwartung in Nepal liegt deutlich unter der in der Schweiz)
die Kueche (oder so...)
Gestern durfte ich wieder etwas erleben, das mich erstaunt, geschockt, traurig gemacht hat, mir aber auch geizeigt hat mit wie wenig, dass man zufrieden sein kann!
Zusammen mit meiner Gastfamilie und einer Freundin von ihnen sind wir anlaesslich irgend eines Feiertages (in Nepal gibt es unzaehlige Feiertage, ich habe keinen Ueberblick!) ins Shelter Home von Pokhara gegangen. Die verstorbene Tochter meiner Gastfamilie hatte dort gearbeitet und deshalb besucht meine Familie das Heim regelmaessig. 
Das Shelter Home ist ein Mix zwischen Alters- und Obdachlosenheim. Das heisst, in der Regel werden die Leute bei ihrer Familie alt, wer keine hat und nicht mehr zu sich selber schauen kann hat Pech oder kann ins Shelter Home.
Die Leute leben in diesem Heim unter sehr, sehr primitiven Bedingungen. In den Zimmern sind bis zu fuenf Betten und man kann kaum neben dem Bett stehen. Die Decken sind wenn ueberhaupt vorhanden sehr duenn und schmutzig. Die Kueche ist offen und gekocht wird auf dem Feuer. Die Leute haben keine Beschaeftigung. Sie sitzen den ganzen Tag umher und freuen sich deshalb umso mehr, wenn Besuch kommt. Das Lachen im Gesicht der Leute entschaedigt fuer alles!
Wir haben den Leuten Joghurt, Biskuits, Bananen, sowie je 5 Rupien gebracht, was sie mit einem grossen Dankeschoen und einem strahlenden Gesicht entgegen genommen haben!

Freitag, 10. September 2010

Schule

das Schulhaus
Jeden Morgen reihen sich die Kinder so auf, machen Turnuebungen und singen ein Lied - man koennte meinen es seien die braevsten Kinder der Welt!

Im Klassenzimmer - die kleineren Kinder sitzen am Boden und arbeiten auf den Baenken, die groesseren haben Pulte und Baenke. An diesem Tag fehlt die Haelfte der SchuelerInnen wegen irgende eines Festivals. Normalerweise sind in jeder Klasse 30-40 SchuelerInnen. Im Hintergrund ist Anik, eine schweizer Volonteerin.
Die Kinder in jeder Klasse sind unterschiedlich gross und alt. Je nach dem wann sie die Eltern in die Schule schicken....
fotografieren finden die Kinder total lustig...
das Lehrerzimmer 



Jeden Morgen unterrichte ich in einer staatlichen Schule. Das ist eine riesige Herausforderung und ich bin kurz vor der Resignation! Alles ist sehr schlecht organisiert. Wenn zum Beispiel der Unterricht ausfaellt wegen eines Feiertages, erfahre ich das entweder gar nicht oder per Zufall. 
Der Horror ist aber der Unterricht selber! Die Klassen sind riesig. Material gibt es keines. Die Kinder sollten selber ein Buch, Papier und ein Bleistift dabei haben. Es kommt aber nie vor, dass alle Kinder alles dabei haben.
Waehrend des Unterrichts machen die Kinder meistens was sie wollen. Sie schwatzen, spielen miteinander, gehen im Klassenzimmer umher, laufen weg, werfen Sachen, klettern auf ihre Baenke, etc. Die Lehrerin schreit und schlaegt (ich weigere mich das zu tun) die Kinder, aber die lassen sich kaum beeindrucken!
Die Kinder kennen keine Reglen (vermutlich die Lehrpersonen auch nicht). Z.B. Hand hoch halten vor dem schwatzen kennen sie ueberhaupt nicht. Jeder schwatzt und schreit wies ihm passt. Eine solche Regel einzufuehren ist auesserst schwierig, da die Kinder kein Englisch verstehen und ich kein Nepali spreche. Auch die Lehrerin spricht sehr, sehr schlecht Englisch!
Der ganze Unterricht laueft frontal ab. Ausser Abschreiben koennen die Kinder gar nichts. Sie sind sich nicht gewoehnt, mitzudenken, etwas zu handeln, zu singen, zu zeichnen und zu spielen. Folgedessen konnen sie es auch nicht!
Ich frage mich ernsthaft wie irgendjemand in diesem Land den Wunsch hat Lehrperson zu werden! Ich werde in der Zeit in der ich hier bin mein Bestes geben (auch wenn ich kurz vor der Resignation bin!), aber ich freue mich schon wieder auf meine Schweizerkinder, die doch ein Minimum an Anstand besitzen!

Dienstag, 7. September 2010

Schuhmacher

Gesternnachmittag habe ich doch tatsaechlich die Sohle meiner Teva Sandalen verloren. Sofort war ich umringt von Schuhmachern, die alle unbedingt meine Schuhe flicken wollte. Ich habe mehr daran gedacht, diese Schuhe in den Abfall zu werfen, da sie schon uralt sind... Aber schliesslich liess ich mich ueberreden. Schuhe flicken geht hier ganz einfach! Nichts von einschicken, warten und eine grosse Rechnung bezahlen (und auch keine Kabelbinder)! Zehn Minuten warten und meine Sohlen waren angenaeht! Es hat mich beeindruckt, wie geschickt der Mann das gemacht hat!
Fuer diesen Spass habe ich 250 Rupien (ca.sFr.5.-) bezahlt. Meine Ama war ganz und gar nicht zufrieden mit mir! Ich haette ihrer Ansicht nach nicht mehr als 50 Rupien bezahlen duerfen! Tja, ich werde wohl noch oft uebers Ohr gehauen, weil mir hier alles so billig vorkommt....