Donnerstag, 24. Oktober 2013

Guge Kingdom

Nach dem Mount Kailash fuhren wir weiter in den Westen und uns praesentierte sich eine total andere, ganz einmalige Landschaft. Wow!!!

 

 

In Zhada besuchten wir das Thoeling Monastery. Hier sahen wir mit eigenen Augen was waehrend der Kulturrevolution alles zerstoert wurde. Krass! Unzaehlige Statuen fehlen oder sind total zerstoert. Ein Wunder, dass die Tibeter das zeigen duerfen. Aber fotografieren ist selbstverstaendlich verboten. Der Besuch dieses Klosters stimmte uns richtig traurig! Zwar wussten wir, dass Vieles zerstoert wurde, aber die Chinesen sind daran alles neu aufzubauen. Deshalb sind die meisten Kloester sehr schoen und gut erhalten. Aber mit eigenen Augen die Zerstoerung zu sehen, war ziemlich hart!
 
Thoeling Monastery von aussen

Die Stupa in Zhada. 29 Mal habe ich die Kora darum gemacht. Ich glaube zwar nicht, dass das alle meine Suenden geloescht hat, aber wenigstens hatte ich Zeit, ueber die Suenden nachzudenken... Viele Tibeter kommen hier vorbei, machen 3 - 4 Runden und beten. Ich wuenschte mir, in unserer westlichen Welt wuerden sich mehr Menschen (ich inklusive) oefter die Zeit fuer eine solche Auszeit nehmen...


Und vor vielen Jahren hat ein schlauer Mann in dieser unwirtlichen, aber schoenen Landschaft ein Koenigreich gegruendet, das Guge Kingdom...

Die Ruinen des alten Guge Kingdoms. Das Kloster wurde erhalten, es leben aber keine Moenche mehr hier.

Moneche auf Besuch...

Wir haben unseren Spass in den alten Ruinen und natuerlichen Hoehlen...


Guge Kingdom bei Sonnenaufgang. Eine Stunde sind wir durch die Finsternis gewandert und wurden mit diesem herrlichen Ausblick belohnt!

Guge Queens

und noch mehr Guge Queens

auch hier ist der Herbst angekommen

Lake Manasarovar und Mount Kailash

Der Lake Manasarovar ist fuer die Tibeter ein heiliger See. Kein Wunder - der See ist kristallklar und die Farbe so tiefblau, dass sie nuer aus Gottes Hand sein kann. Und noerdlich davon ragt der Mount Kailash, der heiligste Berg fuer Buddhisten, Boen und Hindu, in den Himmel. Hier zu sein, ist wirklich etwas ganz Spezielles! Viele Pilgerer kommen zum See und zum Berg um die Kora zu machen. Das soll die Suenden eines ganzen Lebens loeschen... Die Kora um den See haben wir per Jeep gemacht (das zaehlt auch!), aber den Berg haben wir auf unseren Fuessen umrundet.
Lake Manasarovar und Mount Kailash

Chiu Monastery - wunderschoen gelegenes, altes Kloster am Lake Manasarovar.
Hier bleiben wir zwei Tage um uns an die Hoehe zu gewoehnen fuer unsere Kailash Kora.

Endlich Hot Springs! Hier haben wir nebst dem Dreck auch unsere Suenden abgewaschen.

Der Mount Kailash im Morgenlicht.

Juhui, wir sind in Tibet und geniessen einen wunderschoenen Sonnenuntergang!

Chiu Monastery im ersten Morgenlicht

Nun sind wir auf die Kora um den Mount Kailash gestartet. Wir haben Schlafsack, Kleider und Essen fuer drei Tage auf dem Ruecken. Fuer uns das absolute Minimum, aber trotzdem 10x so viel Gepaeck wie der tibetische Durchschnittspilger. Oktober ist zum Glueck ausserhalb der Hauptpilgerzeit. Wir sahen ausschliesslich Tibeter. Im Sommer scheint es hier von Indern und Westeners zu wimmeln...

Nordseite des Mount Kailash. Hier haben wir die erste Nacht auf der Kora im ganz simplen Guesthouse auf 5080m verbracht. Zum Glueck waren wir sehr gut akklimatisiert von unserem Trekking in Nepal und auch von den Tagen in Tibet. Wir verspuehrten nie Kopfschmerzen! Aber die Atmung ist schon schwerer als auf Meereshoehe...

Juhui wir haben den Aufstieg auf den 5630m hohen Pass geschafft! Das war wegen der Hoehe recht anstrengend. Aber es ging uns gut und wir kamen langsam, aber stetig vorwaerts. Es ist aber schon brutal, wenn man von alten Leuten und Kindern ueberholt wird. (Es ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass Tibeter genetisch an die Hoehe gewoehnt sind.)

Drei glueckliche Pilgerinnen die von den Suenden des Lebens befreit, aber von den Anstrengungen des Aufstiegs gezeichnet sind.

Tibetische Pilger die Monate unterwegs sind, weil sie die ganze Kora prostrierend (auf die Knie fallend) machen.


Wir begegnen einer Yakherde die vor dem Schnee gefluechtet ist. Sie werden von den Hirten wieder in die Hoehe getrieben. Wir koennen zum Glueck runter laufen...

Am Ende des zweiten Tages ist Tayang erledigt. Sie ist keine Trekkingfuehrerin, aber eine gute Buddhistin!

Der letzte Tag ist kurz und nur noch ein ausplampen. Endlich haben wir Zeit die vielen Pilgerer zu beobachten:-)

Zurueck in Darchen feiern wir unsere erfolgreiche Mount Kailash Kora mit einer Pancake Party! Wir sind uns einig: das sind die besten Pancakes die wir je gegessen haben!!!!


Von Zhangmu nach Westen

 Der Empfang in Tibet war recht kuehl! Die ersten Tage schneite es bis in tiefere Lagen (mehrheitlich befanden wir uns zwischen 4000 und 5000 Metern ueber Meer). Trotz Schnee und Nebel war die Landschaft aber sehr reizvoll und wir genossen die Fahrt durch die Wildnis...

 Die Hirten und ihre Tiere trotzen der Kaelte tapfer!


 Endlich klart das Wetter ein bisschen auf...

Nomadenzelte

Auf den Paessen blaest oft ein unfreundlicher Wind!


 Den Yaks sind diese Temperaturen recht.

Der erste Blick auf die Schneeberge im Sueden.




Tibetan Lifestyle

Die Tibeter essen grundsaetzlich Tsampa und trinken Buttertee. Tsampa ist Gerstenmehl und wird mit etwas fluessigem (Wasser, Tee, Milch, Bier...) gemischt, geknetet und gegessen. Buttertee ist gesalzener Tee mit Butter und Milch. Wir Touristen wurden zum Glueck weitgehend von diesen "Delikatessen" verschont...
Das Essen in Tibet ist in der Regel recht einfach. Es gibt Reis, Nudeln, Gemuese und Fleisch. Da wir aber kein Fleisch essen gab es fuer uns nur zwei Gerichte: Reis mit Gemuese oder Nudelsuppe mit Gemuese. Gekocht wird meist mit riesigen Mengen Oel...

Ein viertel der tibetischen Bevoelkerung sind Nomaden. Sie wohnen in Zelten und ziehen mit ihren Schafen oder Yaks umher.
Nomadenzelt

 im Nomadenzelt (Tibeter sind leider sehr unordentliche Menschen.)
 
 
 Eine Nomadenfrau sammelt Yakdung auf dem Feld.

Die Gasthaeuser sind sehr einfach. Oft gibt es nur Plumpsklo und kein fliessendes Wasser. Aber ueberall brennt im Ofen ein warmes Feuer aus Yakdung und man kriegt heissen Tee und Wasser bis zum Abwinken. Die Gasthaeuser sind auch immer sehr schoen bemalen und verziehrt. 

Die Frauen tragen sehr oft traditionelle Kleider.

Zwei Tibeterinnen am Kleider waschen...


 Tibeter sind sehr glauebige Buddhisten! Ihr Alltag ist voll von religioesen Ritualen. Um Suenden zu tilgen wird oft gebeten und es werden Koras rund um Kloester, Stupas oder Berge gemacht. 

 Eine tibetische Pilgerfamilie macht die Kora um den Mount Kailash.


Es gibt auch nach wie vor viele Moenche und Nonnen.


 In tieferen Lagen sind die Leute vor allem Bauern und pflanzen hauptsaechlich Gerste an und machen daraus Tsampa.

 
Familienhaus mit Hof und Tier

Gerstenernte

Per Wassermuehle wird die geroestete Gerste gemahlen.

Tibet

Wow, ein Traum wurde wahr!!!! Wir konnten nach Tibet reisen! 
Die Einreise selber war schon sehr speziell, weil es die Chinesen an der Grenze wirklich genau nehmen! Die Friendship Bridge zwischen Nepal und Tibet ist der groesste Uebergang zwischen diesen beiden Laendern. Entsprechend geschaeftig ist es hier!
Das Immigration Office auf der Nepal Seite funktioniert ohne Computer. Der Pass wird aufgeschlagen, ein Stempel gesetzt, ausgereist... Danach muss man zu Fuss ueber die Bruecke. Wir wurden von irgend einem Chinesen abgeholt, weil unser nepalischer Guide nicht ueber die Bruecke durfte und unsere tibetische Fuehrerin noch viel weniger... Auf der anderen Seite wurden wir bei unserer Fuehrerin abgeliefert. Voila da sind wir! Und dann mussten wir die ganzen chinesischen Kontrollen ueber uns ergehen lassen. Und das dauerte, weil das Computersystem gerade nicht funktionierte... Aber nach einer Ewigkeit hatten wir es geschafft! Wir waren in Tibet!!!!!!!!!!! Juppi!!!!!!

In Tibet darf man nur mit einem Guide herumreisen. Und da es Touristen untersagt ist, oeffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, bleibt einem nur das Velo oder ein Jeep mit Fahrer. Wir entschieden uns fuer die zweite Variante.

Tayang unsere Fuehrerin

unser Jeep

Thubten La unser Fahrer

Die Strassen in Tibet sind generell in sehr gutem Zustand. (Den Chinesen sei Dank!) Aber taeglich muss man bei mehreren Checkpoints anhalten. Da werden Visa, Paesse, Dokumente, etc. kontrolliert... 

Das erste was uns Tayang sagte, war die Bitte, nicht ueber die chinesische Politik und den Dalai Lama zu sprechen... Daran hielten wir uns und hatten somit auch keine Probleme. Aber die chinesische Polizei ist allzeit praesent...

Daneben ist Tibet aber ein wunderschoenes Land und die Tibeter sind zwar schuechtern und reserviert, aber freundlich. Englisch kann leider niemand...