Montag, 9. Juni 2014

Totes Meer

Zusammen mit TGF (Tante Gotte Flora) bin ich nun im Süden des Landes unterwegs. Unser erstes Ziel war das Tote Meer. Hier ist es noch ein bischen heisser als sonst, aber natürlich wunderschön!

Wadi Zohar

Erster Blick aufs Tote Meer

Zuerst statteten wir dem En Gedi Nationalpark einen Besuch ab.

Hier im Wadi David fliesst das einzige ganzjährige Wasser der Umgebung. In der Nähe des Flusses ist es grün, aber schon wenige Meter daneben ist alles braun und tocken.

Der David Wasserfall ist im Vergleich zum Geltenschuss nur ein Rinnsal. Aber für Israel ist es ein recht beeindruckender Wasserfall!

Blick vom Wadi David zum Toten Meer

Weil es hier ganzjährig Wasser gibt, kommen natürlich viele Tiere zum Trinken. Diese Yaelim sind nicht sehr schüchtern...

Ausgrabungen einer alten Synagoge mit beeindruckendem Mosaikboden!

En Gedi Beach

Ein Bad im Toten Meer sollte man sich unbedingt noch vor Dreissig gönnen! Das ist ein einmaliges Erlebnis! Nicht einmal Nichtschwimmer gehen hier unter! Und das Wasser war sogar für mich angenehm warm!

Dattelpalmen

Der Wecker riss mich um 4.10 Uhr aus dem Tiefschlaf! Nach einem Dreiviertelstündigen Marsch und grossem Schweissverlust wurden wir aber mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang auf Masada belohnt.

Schoggikuchen zum Frühstück essen, darf man mit Dreissig:-)

Tja, ich bin älter als ich aussehe:-)

Auf Masada gibt es wunderschöne Ausgrabungen. Zu Zeiten der Römer verschanzten sich hier eine Gruppe Juden und lebte mehrere Jahre auf diesem Wüstenplateau ohne Zugang zur Aussenwelt. Kurz bevor die Römer sie dann aber besiegten, begingen sie Massenselbstmord um einem Leben in Gefangenschaft auszuweichen. Mich beeindruckte vor allem, wie sie es schafften, in der Regenzeit genügend Wasser in riesigen Zisternen zu sammeln um damit auch im Sommer über die Runden zu kommen.

Auch hier waren die Yaelim recht zutraulich.

Nordpalast

Diese Wüstenbäume scheinen mit praktisch keinem Wasser zu überleben...

Im Süden des Toten Meeres steht Lots Frau, die hier zur Salzsäule erstarrte, nachdem sie auf die brennende Stadt zurück geschaut hat.

Freitag, 6. Juni 2014

Yad Mordechai und Umgebung

Heute war ich mit Flora in der Umgebung von Saad unterwegs.

Unser erstes Ziel war das Kibbuz Yad Mordechai. Es ist nach Anielewicz Mordechai benannt, der den Aufstand im Warschauer Ghetto anführte. 
Hier auf dem Bild ist eine Statue von ihm. Im Hintergrund ist der ehemalige Kibbuzwasserturm der im Krieg 1948 zusammenbrach.

Hier in Yad Mordechai wurde ein Schlachtfeld aus dem 48er Krieg nachgestellt. Die Leute des Kibbuzes leisteten zuerst erfolgreich Widerstand gegen die Ägypter, mussten dann aber fliehen.
Zu diesem Krieg und dem Holocaust gibt es auch ein Museum im Kibbuz. Das hatte aber geschlossen, obschon es eigentlich laut Öffnungszeiten offen gewesen wäre... Anstatt uns zu Ärgern genossen wir die vielen schönen Kakteen und Pflanzen in diesem Kibbuz!

Danach gingen wir zu diesem Windspiel. Es ist auch ein Denkmal für irgendwen. Aber mein Hebräisch ist zu schlecht um die Tafeln lesen zu können... Auf jedenfall klang es wunderschön, wenn der Wind durch die Klangstäbe strich!

Zum Mittagessen verdrückten wir eine grosse Portion Hummus und Pitabrot:-)

Und dann besuchten wir noch das Black Arrow Denkmal, das denn Fallschirmspringern aus dem Krieg von 1954-1956 gewidmet ist.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Mehr aus Saad

Saad ist sehr vielseitig und täglich entdecke ich Neues hier im Kibbuz. Obschon der Kibbuz jetzt weitgehend privatisiert ist, gibt es trotzdem noch einen festen Zusammenhalt in der Gemeinde und unter den Bewohnern. Es ist eine kleine, eigene Welt.
Kibbuz Saad ist ausserdem ein religiöses Kibbuz. Das heisst, beten gehört zum Alltag, das Essen ist alles Kosher und am Shabbat steht alles still. Shabbat dauert vom Sonnenuntergang am Freitag bis eine Stunde nach Sonnenuntergang am Samstag. Am Shabbat besucht man Familie, Freunde und Kranke. Ausserdem hat man Zeit zum schlafen, lesen, plaudern, spazieren und ausruhen.
Saad liegt im Negev und dem entsprechend heiss kann es hier werden! Aber zum Glück wird es hier momentan nachts meistens noch etwas kühler. Und die Räume sind oft so stark klimatisiert, dass ich Hühnerhaut kriege...

In den Treibhäusern werden tausende Amarilis gezüchtet, die dann vor Weihnachten nach Europa und Amerika geliefert werden. Ausserdem werden auch noch Samen für Cherrytomaten und Gurken gezüchtet.

Kuhställe

Hier werden die Kühe drei mal täglich gemolken. Eines ist sicher: Wenn ich als Kuh wiedergeboren werde, dann möchte ich lieber in der Zubenweid sein als hier!

Der grösste Teil der Milch wird verkauft. Aus einem kleinen Teil wird in der Molkerei Käse, Joghurt, Glace, Rahm, Quark und allerhand andere leckere Sachen hergestellt. Hier macht der Käser Frischkäse.

Für die Kinder ist natürlich das Schwimmbad der Hit! Es gibt Zeiten für Familien, ansonsten gibt es Öffnungszeiten für Frauen und Männer getrennt.

Im Nähatelier arbeiten vor allem alte Frauen (im Bild ist die jüngste). Sie machen wunderschöne, extrem aufwändige Kleinkinderspielbücher.

Besuch im Kindergarten. Hier wird gebetet, getanzt, gesungen und gespielt. Die Klassen sind grösser als bei uns und die Kinder essen Frühstück und Mittagessen im Kindergarten. Aber pro Klasse gibt es eine Kindergärtnerin und zwei Hilfspersonen.

Frühstück im Kindergarten

Das Freispiel findet draussen statt. Es herrscht ein riesiges Chaos und fast alle Spielsachen sind kaputt. Aber bei meinem Besuch haben die Kinder so friedlich gespielt, dass ich mich gefragt habe, wieso ich immer so aufs Aufräumen beharre...

Karottenverarbeitungsfabrik. Hier werden täglich 300 Tonnen Karotten gewaschen, sortiert und verpackt. Sie werden in die ganze Welt geliefert. Es wird 24h am Tag in Schichten gearbeitet.

Nachdem die Karotten maschinell vorsortiert wurden, werden sie noch kontrolliert. Das Schöne an der Arbeit: es riecht herrlich nach frischen Karotten. Das Schlechte: der konstante, extreme Lärm macht einem fertig!

In der Synagoge trifft man sich am Freitagabend zum Shabbatanfang und am Samstagmorgen zum Gebet.

Vorne in der Mitte unter dem Fenster ist der Toraschrank. Die Männer beten in diesem Raum, die Frauen hinter der weissen Abtrennung links und rechts.

Das Catering liefert täglich 4000 Mahlzeiten in Schulen und Kindergärten.

Nebst all dem hat es noch eine grosse Plastikfolienfabrik, Avocadoplantagen, Zitrusfrüchte, eine Imkerei, eine Schreinerei, eine Schlosserei, einen Kinderzoo, eine Schule, Kinderkrippen, etliche Büros, Hühnerställe, einen Fitnessraum und sicher noch viel mehr, dass ich einfach noch nicht entdeckt habe...

Im Speisesaal wird das Frühstück und das Mittagessen gegessen. Das Abendessen wird in der Familie eingenommen.