Freitag, 6. Juni 2014

Yad Mordechai und Umgebung

Heute war ich mit Flora in der Umgebung von Saad unterwegs.

Unser erstes Ziel war das Kibbuz Yad Mordechai. Es ist nach Anielewicz Mordechai benannt, der den Aufstand im Warschauer Ghetto anführte. 
Hier auf dem Bild ist eine Statue von ihm. Im Hintergrund ist der ehemalige Kibbuzwasserturm der im Krieg 1948 zusammenbrach.

Hier in Yad Mordechai wurde ein Schlachtfeld aus dem 48er Krieg nachgestellt. Die Leute des Kibbuzes leisteten zuerst erfolgreich Widerstand gegen die Ägypter, mussten dann aber fliehen.
Zu diesem Krieg und dem Holocaust gibt es auch ein Museum im Kibbuz. Das hatte aber geschlossen, obschon es eigentlich laut Öffnungszeiten offen gewesen wäre... Anstatt uns zu Ärgern genossen wir die vielen schönen Kakteen und Pflanzen in diesem Kibbuz!

Danach gingen wir zu diesem Windspiel. Es ist auch ein Denkmal für irgendwen. Aber mein Hebräisch ist zu schlecht um die Tafeln lesen zu können... Auf jedenfall klang es wunderschön, wenn der Wind durch die Klangstäbe strich!

Zum Mittagessen verdrückten wir eine grosse Portion Hummus und Pitabrot:-)

Und dann besuchten wir noch das Black Arrow Denkmal, das denn Fallschirmspringern aus dem Krieg von 1954-1956 gewidmet ist.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Mehr aus Saad

Saad ist sehr vielseitig und täglich entdecke ich Neues hier im Kibbuz. Obschon der Kibbuz jetzt weitgehend privatisiert ist, gibt es trotzdem noch einen festen Zusammenhalt in der Gemeinde und unter den Bewohnern. Es ist eine kleine, eigene Welt.
Kibbuz Saad ist ausserdem ein religiöses Kibbuz. Das heisst, beten gehört zum Alltag, das Essen ist alles Kosher und am Shabbat steht alles still. Shabbat dauert vom Sonnenuntergang am Freitag bis eine Stunde nach Sonnenuntergang am Samstag. Am Shabbat besucht man Familie, Freunde und Kranke. Ausserdem hat man Zeit zum schlafen, lesen, plaudern, spazieren und ausruhen.
Saad liegt im Negev und dem entsprechend heiss kann es hier werden! Aber zum Glück wird es hier momentan nachts meistens noch etwas kühler. Und die Räume sind oft so stark klimatisiert, dass ich Hühnerhaut kriege...

In den Treibhäusern werden tausende Amarilis gezüchtet, die dann vor Weihnachten nach Europa und Amerika geliefert werden. Ausserdem werden auch noch Samen für Cherrytomaten und Gurken gezüchtet.

Kuhställe

Hier werden die Kühe drei mal täglich gemolken. Eines ist sicher: Wenn ich als Kuh wiedergeboren werde, dann möchte ich lieber in der Zubenweid sein als hier!

Der grösste Teil der Milch wird verkauft. Aus einem kleinen Teil wird in der Molkerei Käse, Joghurt, Glace, Rahm, Quark und allerhand andere leckere Sachen hergestellt. Hier macht der Käser Frischkäse.

Für die Kinder ist natürlich das Schwimmbad der Hit! Es gibt Zeiten für Familien, ansonsten gibt es Öffnungszeiten für Frauen und Männer getrennt.

Im Nähatelier arbeiten vor allem alte Frauen (im Bild ist die jüngste). Sie machen wunderschöne, extrem aufwändige Kleinkinderspielbücher.

Besuch im Kindergarten. Hier wird gebetet, getanzt, gesungen und gespielt. Die Klassen sind grösser als bei uns und die Kinder essen Frühstück und Mittagessen im Kindergarten. Aber pro Klasse gibt es eine Kindergärtnerin und zwei Hilfspersonen.

Frühstück im Kindergarten

Das Freispiel findet draussen statt. Es herrscht ein riesiges Chaos und fast alle Spielsachen sind kaputt. Aber bei meinem Besuch haben die Kinder so friedlich gespielt, dass ich mich gefragt habe, wieso ich immer so aufs Aufräumen beharre...

Karottenverarbeitungsfabrik. Hier werden täglich 300 Tonnen Karotten gewaschen, sortiert und verpackt. Sie werden in die ganze Welt geliefert. Es wird 24h am Tag in Schichten gearbeitet.

Nachdem die Karotten maschinell vorsortiert wurden, werden sie noch kontrolliert. Das Schöne an der Arbeit: es riecht herrlich nach frischen Karotten. Das Schlechte: der konstante, extreme Lärm macht einem fertig!

In der Synagoge trifft man sich am Freitagabend zum Shabbatanfang und am Samstagmorgen zum Gebet.

Vorne in der Mitte unter dem Fenster ist der Toraschrank. Die Männer beten in diesem Raum, die Frauen hinter der weissen Abtrennung links und rechts.

Das Catering liefert täglich 4000 Mahlzeiten in Schulen und Kindergärten.

Nebst all dem hat es noch eine grosse Plastikfolienfabrik, Avocadoplantagen, Zitrusfrüchte, eine Imkerei, eine Schreinerei, eine Schlosserei, einen Kinderzoo, eine Schule, Kinderkrippen, etliche Büros, Hühnerställe, einen Fitnessraum und sicher noch viel mehr, dass ich einfach noch nicht entdeckt habe...

Im Speisesaal wird das Frühstück und das Mittagessen gegessen. Das Abendessen wird in der Familie eingenommen.

Dienstag, 3. Juni 2014

Jerusalem

Die letzten beiden Tage verbrachte ich mit Flora in Jerusalem. Jerusalem ist nicht nur für uns Christen heilig, sondern auch für die Juden und die Muslime. Dem entsprechend viele Sehenswürdigkeiten und heilige Stätten gibt es hier! Und leider ist es auch seit jeher eine umkämpfte Stadt und es gab und gibt immer wieder Kriege über die Herrschaft dieser Stadt. Momentan ist es aber zum Glück sicher, einigermassen ruhig und friedlich in Jerusalem.

Zuerst besuchten wir das Yad Vashem. Das ist eine Gedenkstätte für die 6 Millionen Opfer der Shoa und all die Mutigen, die ihr Leben riskierten um Juden zu retten. Es ist ein sehr berührender Ort und die vielen Fakten und Erlebnissberichte gehen unter die Haut!

 Stadtmauer und Jaffator

Erster Blick auf den Tempelberg mit dem Felsendom und der Al Aqsa Moschee

Der Beweis, wir waren hier!

Davidsstadt - Das soll die erste Stadt hier gewesen. Archäologen graben hier immer Neues zu Tage. Durch ehemalige Wasserkanäle kann man sich hindurch schlängeln.

Kotel (Klagemauer) - Das ist das wichtigste religiöse Heiligtum des Judentums. Diese Mauer war eine Stützmauer des äusseren Teils des Tempelbergs, auf dem sich der Zweite Tempel erhob. Der wurde im Jahr 70 zerstört. Seither meiden die Juden den Tempelberg, aus Angst, das Allerheiligste zu betreten, da dieser Bereich nur der Hohepriester betreten durfte. Viele jüdische Pilger kamen dann zur Mauer um die Zerstörung des Tempels zu beklagen. Daher die Bezeichnung 'Klagemauer'. Die Juden nennen sie aber nur 'Kotel' (Mauer) oder 'Western Wall'. Heute kommen die Juden hierher um zu beten. Es gibt einen Teil für Frauen und einen für Männer.

Markt im arabischen Viertel der Altstadt.

Zum Abendessen gibt es leckere Falafel:-)

Teddystadion - Hier landeten wir unfreiwillig! Wir verpassten unsere Bushaltestelle und in der Hoffnung, dass der Bus an der Endstation umdrehen und uns wieder mit zurück nehmen würde, blieben wir sitzen. Aber der  Buschauffeur schmiss uns recht unfreundlich raus! Also mussten wir auf den nächsten Bus warten. Damit nicht alles vergeben war schossen wir dieses Bild.

Holy Land - Hier kamen wir auch auf unserer unfreiwilligen Fahrt vorbei. Im Zusammenhang mit dem Bau dieses Komplexes liess sich der ehemalige Stadtpräsident von Jerusalem und ehemaliger Premierminister von Israel Olmert Schmiergelder zahlen und muss jetzt sechs Jahre hinter Gitter.

Die Klingel für unsere Unterkunft brachte uns zum Lachen. Dummerweise ist sie defekt... Wir hatten hier ein Zimmer mit Frühstück bei Agi und Jakov. Sie ist eine herzensgute Schweizerin und er ein lieber israelischer Künstler (und Bastler).

Misgav Ladach - Die wunderschönen Glasfenster in diesem Altersheim machte der Künstler Dan Rubinstein, der ein guter Freund von Flora ist.

Auf dem Tempelberg!
Der Tempelberg hat für Muslime und Juden eine hohe religiöse Bedeutung und ist deshalb seit jeher umkämpft. Nach jüdischer Überlieferung ist es der Grundtstein der Welt. Hier nahm Gott Erde und schuff daraus Adam. Weiter wollte Abraham hier seinen Sohn Isaak opfern. Die Muslime glauben, dass hier die 'fernste Moschee' sei, zu der der Prophet Mohammed in einer Nacht reiste.
Zuzeit ist der Tempelberg unter muslimischer Verwaltung.

Der Felsendom mit der goldigen Kuppel ist ein Wahrzeichen von Jerusalem. Er soll die Stelle markieren, an der, der Prophet Mohammed zum Himmel aufgestiegen sei und Abraham seinen Sohn opfern wollte. Die Kuppel ist mit 80kg Gold überzogen!

Die Al Aqsa Moschee soll die 'ferne Moschee' sein. Früher einmal war es vermutlich eine Kirche.

Blick vom Tempelberg auf den jüdischen Friedhof am Ölberg.

Am zweiten Tag begleitete uns Floras Freundin Nava. Sie ist Schweizerin und ehemalige Reiseführerin in Israel und Jerusalem. Sie teilte ihr grosses Wissen über die Stadt mit uns und führte uns zu speziellen Orten. Sie weiss sogar wo in der Stadt, dass es sie besten Zahnsstocher zu kaufen gibt!

Die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg. Hier soll Jesus an Auffahrt in den Himmel gefahren sein.

Jerusalem ist voller verschiedenen Religionen. Hier steht ein Minarett neben einer Synagoge.

Jerusalem wurde immer wieder zerstört und neu aufgebaut. Deshalb ist die Stadt mehrschichtig und viele Meter unter der heutigen Oberfläche werden immer wieder Ausgrabungen gemacht.

Ganz links ein Minarett. Der kleinere Turm und die beiden Kuppeln gehören zur Grabeskirche. Sie ist die heiligste christliche Stätte in der Altstadt.

In der Grabeskirche. Hier wurde Jesus gekreuzigt. Auch der Salbungsstein und  der Stein, der vor Jesus Grab war sind in dieser Kirche. Aber der Andrang war riesig...

Arabisches Nähatelier...

Gewürzhändler

Damaskustor

Notre Dame von Jerusalem

Gewürze auf dem Mahane-Yehuda-Markt

Alva - israelische Süssigkeit

und zum Schluss noch mehr Süssigkeiten...